Staatliche Schulen

Die wenigen staatlichen Schulen waren baufällig und unzureichend. Engagiertes und qualifiziertes Lehrpersonal, sowie adäquates Schulmaterial fehlten oft. Junge Tibeter starben an Bagatellerkrankungen, wie z.B. Blinddarmentzündungen oder Magengeschwüren. Das nächste akzeptable Krankenhaus liegt etwa sechs Fahrtstunden mit dem Auto von Dawu entfernt und ist für die meisten Tibeter somit nahezu unerreichbar. Auch die Behandlungskosten sind für den einfachen Tibeter nicht erschwinglich. Aus diesen Gründen finden wir in dieser Region eine verhältnismäßig große Zahl an Waisenkindern.

staatliche Schule in Drango 1997

Kinderdorf-Projekt

Nach sechs privat finanzierten Erkundungsreisen und mehrfachen Sondierungsgesprächen mit den zuständigen chinesischen Behörden ist es uns 1997 gelungen, eine offizielle Genehmigung für unser Kinderdorf-Projekt in Osttibet zu erhalten.

Das Krankenhaus-Projekt wurde jedoch, trotz mehrjähriger Verhandlungen mit den Behörden leider nicht genehmigt.

Die Kinder kommen aus ganz Osttibet, einem Einzugsgebiet, das größer ist als Deutschland. Die Zahl der Kinder im Kinderdorf wächst weiterhin jährlich.

Einige Kinderphotos aus 2005

Dolma aus Litang
Drobdrel aus Dawo
Kunga aus Dragpa
Gonpo aus Dzachuka
Samchub Dolma aus Karze
Tsering aus Joru
Shola aus Derge und Lhamo aus Drango
Sonam aus Dawo und Tashi aus Gartak
Kunga Nyima aus Rabshab

Zweites Kinderdorf in Amdo

Als wir vor einigen Jahren Waisenkinder aus der ehemaligen tibetischen Provinz Amdo bei uns im Kinderdorf aufnehmen wollten, gab es Schwierigkeiten mit den Behörden. Dazu sei vorausschickend erklärt, dass Osttibet in vier verschiedene Distrikte aufgeteilt und in verschiedene angrenzende chinesische Provinzen eingegliedert wurde. Offiziell existieren Kham und Amdo in der ursprünglichen Form nicht mehr. Daher sehen die Behörden es nicht gerne, wenn wir die Kinder aus verschiedenen tibetischen Regionen wieder zusammenbringen, obwohl unsere Absichten rein humanitärer Natur sind. Die Lebenssituation in Amdo ist noch um einiges härter als in Kham. Die Durchschnittshöhe von 4200 m über dem Meeresspiegel mit wenig Vegetation und einer Temperatur unter -30 Grad Celsius im Winter fordert jährlich seinen Tribut- vor allem unter den Straßenkindern. Wir haben viele Waisen- bzw. Straßenkinder aus dieser Gegend auf unserer Warteliste, die bei uns aufgenommen werden wollen.

Dies war der Grund, warum wir Anfang 2005 mit dem Bau eines zweiten Kinderdorfes in Amdo begonnen haben, nachdem wir nach zweijähriger Verhandlung mit den Behörden dort eine offizielle Genehmigung erhalten hatten.