Aktuelle Informationen aus Golog (Kopie)

Liebe Freunde und Unterstützer des Tadra-Projekts

wir hoffe, euch geht es gut und ihr seid wohlauf.

Wir wollten euch schon vorab informieren. Youlha hat einige Stiftungen bereits vorab informiert.

Leider erreichen uns aus Tibet derzeit sehr besorgniserregende Nachrichten, die uns sehr beschäftigen und auch traurig machen.
Wie bereits in Dawu, unserem 1. Kinderdorf, werden nun auch unsere Kinder aus Golok, unserem 2. Kinderdorf, im September in staatliche Schulen überführt. Unsere Grund- und Mittelschule auf dem Projektgelände darf nicht weitergeführt werden. Im Moment stehen wir noch in Gesprächen mit den Behörden und versuchen, eine Lösung zu finden, ob und in welcher Form unser Kinderdorf weiterhin bestehen bleiben kann.
Sollte uns – wie bereits in Dawu – eine Kompromisslösung gelingen, möchten wir unseren Kindern auch weiterhin einen Ort bieten, an den sie zurückkehren können: ein Zuhause, eine vertraute Umgebung und einen sicheren Anlaufpunkt an den Wochenenden und in den Ferien.

Sollte es jedoch tatsächlich zu einer vollständigen Schließung unseres Projektes in Golok kommen, haben wir in unserer letzten Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, unsere Verantwortung für die Kinder trotzdem weiterzutragen. Wir möchten die Kinder, die einst in unsere Obhut gekommen sind, auch nach einer möglichen Schließung weiterhin finanziell unterstützen – bis zum Abschluss ihrer Schul- oder Universitätsausbildung.

Denn unser Auftrag endet für uns nicht mit der Schließung eines Kinderdorfes.
Auch wenn sich vieles verändert, bleibt eines für uns unverändert: Unsere Verantwortung für die Kinder und unser Versprechen, sie nicht allein zu lassen.

Als wir diese Kinder in unsere Tadra-Kinderdörfer aufgenommen haben, haben wir ihnen ein Versprechen gegeben: ein Zuhause, Geborgenheit und die Chance auf eine gute Ausbildung und damit auf eine selbstbestimmte Zukunft.

Gerade die Zeit nach der 9. Klasse bereitet uns große Sorgen. Viele unserer Kinder wären ohne unsere Unterstützung in dieser wichtigen Lebensphase weitgehend auf sich allein gestellt. Nach all den Jahren, in denen wir sie begleitet haben, möchten wir nicht zulassen, dass ein Kind plötzlich ohne Perspektive dasteht.

Wir möchten ihnen weiterhin sagen können: Ihr seid nicht vergessen. Wir stehen zu unserem Versprechen.

Natürlich wird sich durch die Veränderungen auch der finanzielle Bedarf deutlich reduzieren. 

Wir sind euch von Herzen dankbar für alles, was ihr bisher für unsere Kinder getan habt. Ohne Menschen wie euch wäre vieles von dem, was wir gemeinsam erreichen konnten, nicht möglich gewesen.

Wir hoffen deshalb sehr, dass ihr uns auch auf diesem neuen und schwierigen Weg weiterhin begleiten könnt.

Wenn die Kinder nicht mehr dauerhaft im Kinderdorf leben dürfen, werden wir künftig nur noch die Kosten für ihre weiterführende Schule, die Berufsschule bzw. die Universität übernehmen.

Nach unseren Hochrechnungen wird es etwa 10 bis 15 Jahre dauern, bis auch die letzten Kinder ihren Abschluss gemacht haben. Selbstverständlich werden unsere Kosten im Zuge dieses Prozesses von Jahr zu Jahr entsprechend sinken.

Auch in unserem Jahresbericht werden wir auf die unschönen Nachrichten aus Tibet eingehen.

Es tut uns leid, dass wir derzeit noch keine genaueren Angaben machen können. Derzeit herrscht sowohl im Amt in Golok als auch im Kinderdorf große Unordnung. Es wird einige Zeit dauern, bis alles geklärt ist. Ich hoffe, bis Ende des Jahres Genaueres zu wissen.

Wir danken euch von Herzen, dass ihr diesen Weg bisher mit uns gegangen seid – und hoffen sehr, dass ihr auch weiterhin an unserer Seite bleibt.

Ganz liebe Grüße

 Tadra Team

Dear friends and supporters of the Tadra Project,

 we hope you are all well and doing fine.

We want to let you know in advance. Youlha has already notified several foundations in advance.

Unfortunately, we are currently receiving very concerning news from Tibet, which is weighing heavily on our minds and making us very sad.

Just as happened in Dawu, our first children’s village, our children from Golok, our second children’s village, will now also be transferred to public schools in September. We are no longer permitted to operate our elementary and middle schools on the project grounds. At the moment, we are still in discussions with the authorities and trying to find a solution regarding whether—and in what form—our children’s village can continue to exist.

If—as was the case in Dawu—we are able to reach a compromise, we would like to continue offering our children a place they can return to: a home, a familiar environment, and a safe haven on weekends and during school breaks.

 However, should our project in Golok indeed be completely shut down, we unanimously decided at our last members’ meeting to continue fulfilling our responsibility toward the children regardless. We would like to continue providing financial support to the children who once came into our care—even after a possible closure—until they complete their high school or university education.

Because for us, our mission does not end with the closure of a children’s village.

Even though much has changed, one thing remains the same for us: our responsibility toward the children and our promise not to leave them on their own.

When we welcomed these children into our Tadra children’s villages, we made them a promise: a home, a sense of security, and the chance for a good education—and thus a self-determined future.

 We are particularly concerned about the period after 9th grade. Without our support, many of our children would be largely on their own during this crucial phase of their lives. After all these years of supporting them, we do not want to let any child suddenly find themselves without prospects.

We want to be able to continue telling them: You are not forgotten. We stand by our promise.

Of course, these changes will also significantly reduce our financial needs.

We are deeply grateful to you for everything you have done for our children so far. Without people like you, much of what we have been able to achieve together would not have been possible.

We therefore very much hope that you will continue to accompany us on this new and difficult path.

If the children are no longer allowed to live permanently in the children’s village, we will in the future cover only the costs of their secondary school, vocational school, or university education.

According to our projections, it will take about 10 to 15 years until the last children have graduated. Naturally, our costs will decrease accordingly from year to year as this process unfolds.

We will also address the troubling news from Tibet in our annual report.

We’re sorry that we cannot provide more specific details at this time. There is currently a great deal of turmoil both at the office in Golok and at the children’s village. It will take some time for everything to be sorted out. I hope to have more specific information by the end of the year.

We thank you from the bottom of our hearts for walking this path with us so far—and we very much hope that you will continue to stand by our side.

Warmest regards,

Tadra Team

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